In einem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekt soll die Redistributions- und Distributionslogistik von Verpackungen, die für den Transport von Produktionsmaterialien oder Produktionsreststoffen im Rahmen des Materialrecycling eingesetzt werden können, optimiert werden.

Mit Hilfe der sogenannten RFID (Radio-Frequency-Identification)-Systemtechnologie sollen hierfür Transportverpackungen mit Transpondern bestückt werden, über die eine detaillierte Materialdatenerfassung direkt am Packstück ermöglicht wird. Im Rahmen einer praktischen Erprobung soll untersucht werden, in welcher Form diese Technologie in verpackungslogistischen Abläufen (auch in weiteren Anwendungen) eingesetzt werden kann.

Anhand eines Beispielmaterials soll parallel dazu eine Wirtschaftlichkeits- und Umweltentlastungsanalyse durchgeführt werden, deren Ergebnisse als strategische Entscheidungsunterstützung für industrielle Anwender (insbesondere der kleinen und mittelständischen Industrie) dienen soll.

Transponderwirkungsfeld im Wiederaufbereitungsprozess von Kunststoffen

Technische Umsetzung

Über neue Identifikationssysteme an Packstücken und die Definierung von Schnittstellen zu existierenden Datenbanksystemen, soll eine rationellere und weitestgehend fehlerfreie Packstückerkennung und -steuerung konzipiert werden.

In diesem Zusammenhang soll mit Hilfe der RFID-Technologie eine Aufweitung der dezentralen Informationsspeicherung konzipiert werden. Über mobile Datenerfassungsgeräte können dann Schnittstellen gebildet werden, die kunden- und lieferantenseitig genutzt werden können. Bestehende Produktionsplanungs- und steuerungssysteme sollen hinsichtlich den darüber erweitert zur Verfügung stehenden Möglichkeiten bezüglich ihrer Optimierbarkeit bzw. Erweiterbarkeit untersucht werden.

Als Beispiel verdeutlicht die Abbildung verpackungslogistische Prozessabläufe, die für das Recycling von Kunststoffen eine Bedeutung haben und in denen die RFID-Technologie einsetzbar ist.

Umwelt- und Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen

Eine Vernetzung von Gegenständen und Dingen ist Stand der wissenschaftlichen Diskussion und zum Teil schon technisch realisierbar, auch erste betriebswirtschaftliche Analysen werden zur Zeit in diesem Sektor durchgeführt. Durch eine Verbilligung der Technik ist zu erwarten, dass die Zahl der Anwendungen, die sich zur Zeit noch im zweistelligen Bereich befindet, auf einen 6-stelligen Bereich zunehmen wird.

Dieses wird auch Auswirkungen auf den verpackungslogistischen Bereich und den von ihm ausgehenden Umweltwirkungen haben. Durch eine frühzeitige Beachtung von Umweltgesichtspunkten in diesem Sektor lassen sich deswegen negative Umweltwirkungen verhindern beziehungsweise positive beschleunigen.

Unter kreislaufwirtschaftlichen Gesichtspunkten lassen sich weitere umweltentlastende Effekte über die gesteigerte Wirtschaftlichkeit von Recyclingverfahren durch verringerte Logistikkosten (inkl. Lager-, Handlings- und Umschlagskosten sowie Kosten für qualitätssichernde Maßnahmen) erwarten. Hierdurch kann die Recyclingquote erhöht und damit Ressourcen geschont werden.


BIBA